Profilbeton Zurück zur Strartseite

Sportlich am Bordstein

Borken/Kapstadt. Der Dampfer Marina ist auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung. Geladen hat das Hamburger Containerschiff unter anderem Bordsteine der Firma Profilbeton aus Borken. Bordsteine, auf denen im kommenden Jahr Fußballfans aus der ganzen Welt stehen werden.

"Die Steine werden für eine Bushaltestelle direkt am Kapstadt-WM-Stadion verbaut", sagt Carsten Hasch, Prokurist der Firma. Auch wenn die Bordsteine der Firma bereits in vielen Ländern dieser Welt im Einsatz sind, dieses Geschäft sei ganz besonders. "Es ist unglaublich, was sich derzeit in Südafrika tut. An jeder Ecke wird gebaut." Tausende Menschen verlegen beispielsweise derzeit kilometerlange Busspuren aus Betonteilen. "Daher liefern wir unsere Bordsteine in Schwarz aus", sagt Hasch. So sei der Kontrast zur hellen Fahrbahn besser. Ungewöhnlich, da bisher nur helle Steine verkauft wurden.

Schwarze Bordsteine
Aber in Südafrika sei ohnehin vieles anders: Der Direktor der Infrastrukturentwicklung Kapstadts, Ron Haiden, sei hemdsärmelig zum Vertragsabschluss gekommen und die Umgangsformen seien erstaunlich locker. "Das Geschäftemachen hat richtig Spaß gemacht", sagt Hasch. In den kommenden Wochen werden statt der schwarzen Bordsteine allerdings die Betonformen und jede Menge Spezialwerkzeug in die südafrikanische Millionen-Metropole verschifft.

Kapstadt ist mit 2,3 Millionen Einwohnern hinter Johannesburg und Durban die drittgrößte Stadt Südafrikas. "Der Verkehr ist dort ein echtes Problem und ziemlich chaotisch. Mit den vielen neuen Busspuren soll das künftig entzerrt werden." So werden Tausende von Metern des speziellen Bordsteins für Hunderte von Bushaltestellen in Kapstadt notwendig. "Wir produzieren sie direkt vor Ort", sagt Hasch. Die Stadt habe gerade die Ausschreibungen fertig gemacht. Profilbeton stehe dann nur noch beratend zur Verfügung.

Der Bordstein ist besonders glatt. Busse können einfach mit den Reifen an dem Bord entlangfahren. "Viele werden ihn vielleicht aus Kassel kennen. Er ist zum Beispiel am Bahnhof Wilhelmshöhe verbaut", sagt Carsten Hasch. Der Bordstein heiße daher auch Kasseler Sonderbord. Zwei Vorteil hat er: Durch das dichte Anfahren der Busse sei es einfacher einzusteigen und der Reifenverschleiß reduziere sich um bis zu 40 Prozent.

Auch wenn Carsten Hasch in den kommenden Wochen noch viel in Südafrika zu tun hat, besonders freut er sich auf ein Fußballspiel im Athlone-Stadion von Kapstadt, der sportlichen Heimat von Ajax Cape Town und Santos Cape Town.

Das Stadion wird gerade fit gemacht für die Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2010. "Durch die Blume habe ich erfahren, dass ich wohl ein WM-Spiel im Stadion sehen darf", sagt Hasch. Ein Grund, sich doppelt über diesen Kunden zu freuen.

Von Damai D. Dewert
HNA-Artikel (pdf)
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